Amo (aus Ghana)war der erste schwarze afrikanische Philosoph und Professor in Deutschland.


Der alte Begriff war historisch belastet, heute untragbar. Mit der Umbenennung wird nicht nur ein koloniales Kapitel kritisch markiert, sondern auch eine neue Erinnerungskultur sichtbar.
Wer war Anton Wilhelm Amo?
Amo (1703–um 1759) wurde in Ghana geboren, als Kind nach Europa verschleppt und gelangte an den Hof der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel. Er studierte Philosophie und Rechtswissenschaften, promovierte und wirkte als Dozent an den Universitäten Halle, Wittenberg und Jena. Amo gilt als erster schwarzer Universitätsprofessor in Deutschland. Seine Schriften über Menschenrechte, Vernunft und Rechtsgleichheit machen ihn zu einem frühen Denker gegen Rassismus und Unterdrückung.
Warum das wichtig ist:
Mit dem neuen Straßennamen ehrt Berlin einen Philosophen, der für Wissen, Aufklärung und Selbstbestimmung steht. Gleichzeitig wird deutlich: Sprache ist nicht neutral, Namen sind nicht zufällig. Eine Straße erzählt Geschichte – und diese darf nicht verletzen, sondern soll erinnern und inspirieren.
Die Enthüllung am 23. August, dem Gedenktag an den transatlantischen Sklavenhandel, war mehr als Symbolik. Es ist ein Signal: Berlin will die Vergangenheit nicht länger beschönigen, sondern sichtbar konfrontieren.
Berlin macht’s real.
• Wenn wir uns fragen, wie Erinnerung funktioniert, liegt hier eine klare Antwort: Unbequeme Worte bleiben sichtbar – aber im Wandel.
• Die Entscheidung zeigt: Berlin (und Gesellschaft) wählen, was sie ehrt. Warum nicht Philosoph:innen statt verkürzter Referenzen.
Was passiert hier?
Der neue Straßenname ehrt Anton Wilhelm Amo – steht für Wissen, Aufklärung, Widerstand gegen Rassismus.
2020 beschlossen, aber juristische Klagen stoppten die Umsetzung. Am 8. Juli 2025 fiel endgültig der juristische Urteilsstab zugunsten der Umbenennung. Schilder sind seit dem 21. August montiert. Feierlich enthüllt wurde der neue Name am 23. August – dem Tag zur Erinnerung an den Sklavenhandel. Das alte Namensschild bleibt sechs Monate lang sichtbar, rot durchgestrichen. Symbolische Erinnerung.
Quellen:
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/berliner-mohrenstrasse-umbenennung-100.html
https://www.google.com/amp/s/www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/08/berlin-mitte-mohrenstrasse-umbenennung-anton-wilhelm-amo-kolonialismus-interview-regina-roemhild-ethnologie.htm/alt=amp.html
https://www.spiegel.de/panorama/berlin-mohrenstrasse-nach-langem-streit-in-anton-wilhelm-amo-strasse-umbenannt-a-3e669440-eb6f-4423-9aa6-e86e86e87495
https://www.euroethno.hu-berlin.de/de/das-institut/faq-zur-umbenennung/anton-wilhelm-amo