Hayford Amedji-Dela Anyidoho
1. Einleitung
im Folgenden soll ein Einblick in die Welt der künstlichen Intelligenz (KI) und ihrer Anwendung im Unterricht von Deutsch als Fremdsprache (DaF) gegeben werden. Künstliche Intelligenz (KI) erfährt eine stetige Aufwertung im Kontext der Bildung, insbesondere hinsichtlich der Personalisierung und Optimierung von Lernprozessen. Der Einsatz von Lern-Apps im Kontext des Spracherwerbs kann als spannende und vielversprechende Entwicklung bezeichnet werden. Im Rahmen des Vortrags werden die Vorzüge, Problematiken und Grenzen dieser Technologien erörtert sowie Überlegungen zu einer sinnvollen Integration in den DaF-Unterricht angestellt.
2. Technologische Entwicklung im Bildungsbereich
Künstliche Intelligenz hat in den vergangenen Jahren signifikante Fortschritte erzielt und findet mittlerweile in zahlreichen Bereichen des Bildungswesens Anwendung. Adaptive Lernplattformen sowie Sprachmodelle wie ChatGPT oder DeepL, welche in Echtzeit Rückmeldungen zu grammatikalischen oder sprachlichen Fehlern geben, eröffnen mittels KI-Tools neue Wege des Lernens.
Ein exemplarisches Beispiel für den DaF-Unterricht ist die Applikation “Univerbal”, die wie ein virtueller Sprachlehrer funktioniert. Die Lernenden können mit der Applikation interagieren, dabei Fehler machen, die sofort korrigiert werden, und erhalten gleichzeitig eine Erklärung zur Grammatik. Solche KI-gestützten Sprachlerntools ermöglichen den Lernenden nicht nur das autonome Üben, sondern auch das Lernen im eigenen Tempo (vgl. swr.online).
3. Vorteile von KI und Lern-Apps im DaF-Unterricht
3.1. Personalisierung
Eine der wesentlichen Stärken von KI im Kontext des Sprachunterrichts ist ihre Fähigkeit zur Personalisierung. Lern-Apps wie Babbel oder Lingvist analysieren die Fortschritte der Lernenden und passen das Niveau der Übungen entsprechend an. Auf diese Weise werden Lernenden Aufgaben zur Verfügung gestellt, die ihren individuellen Lernbedürfnissen Rechnung tragen (vgl. Das Deutsche Schulportal).
3.2 Automatisiertes Feedback
Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist das automatisierte Feedback. Die Möglichkeit, unmittelbar Korrekturen zu erhalten, beispielsweise hinsichtlich der Aussprache oder grammatikalischer Strukturen, stellt einen wesentlichen Vorteil dar, der durch den Einsatz künstlicher Intelligenz ermöglicht wird. Dies resultiert in einem kontinuierlichen Lernprozess, ohne dass ein fortwährendes Eingreifen der Lehrkraft erforderlich ist. Ein exemplarisches Beispiel ist die Anwendung ChatGPT, welche didaktisch aufbereitete Texte erstellen kann und dabei gezielt Übungen für die jeweilige Sprachniveau-Stufe generiert (vgl. https://blog.hueber-sprachen.de/chatgpt-im-praxistest-fuer-den-daf-unterricht/).
3.3. Motivation durch Gamification
In zahlreichen Lern-Apps werden Gamification-Elemente integriert, um den Lernprozess für die Lernenden attraktiver und motivierender zu gestalten. Die Sichtbarkeit des Lernfortschritts, welche durch das Erreichen von Lernzielen und das Verdienen von Punkten oder Abzeichen gewährleistet wird, stellt einen zusätzlichen Anreiz für die Lernenden dar (vgl. swr.online).
4. Herausforderungen und Grenzen von KI und Lern-Apps
4.1. Fehlende zwischenmenschliche Interaktion
Ein wesentlicher Kritikpunkt an KI-gestütztem Lernen ist das Fehlen der zwischenmenschlichen Interaktion. Obgleich KI-Tutoren wie ChatGPT oder Univerbal Dialoge simulieren können, ist die emotionale Komponente des Sprachunterrichts, insbesondere der interkulturelle Austausch, durch Maschinen nicht ersetzbar (vgl. swr.online).
4.2 Ethische Bedenken und Datenschutz
Ein weiteres Problemfeld betrifft den Datenschutz und ethische Fragen. Die Sammlung von Nutzerdaten durch Lern-Apps wirft die Frage auf, wie ein adäquater Schutz personenbezogener Informationen gewährleistet werden kann. Plattformen wie Fobizz und SchulKI offerieren jedoch datenschutzkonforme Lösungen, welche gewährleisten, dass die Nutzung von KI in Bildungseinrichtungen den rechtlichen Standards entspricht (vgl. Das Deutsche Schulportal).
4.3 Grenzen der KI im Sprachverständnis
Derzeit sind KI-Systeme noch nicht in der Lage, komplexe grammatikalische Phänomene oder sprachliche Nuancen adäquat zu verstehen und zu erklären. Daher kann die Rolle der Lehrkraft, insbesondere bei fortgeschrittenen Lernzielen wie der Einführung des Konjunktivs II, nicht ersetzt werden (vgl. https://blog.hueber-sprachen.de/chatgpt-im-praxistest-fuer-den-daf-unterricht/).
5. Best Practices für den Einsatz von KI im Unterricht
5.1 Integration in den Präsenzunterricht
KI sollte nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zum traditionellen Unterricht dienen. Es empfiehlt sich, KI-Tools gezielt für bestimmte Lernziele einzusetzen, wie beispielsweise zur Festigung von Wortschatz oder für Ausspracheübungen. Es ist jedoch von entscheidender Bedeutung, den Einsatz von KI zu reflektieren und die Lernenden darin zu unterweisen, die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen (vgl. https://blog.hueber-sprachen.de/chatgpt-im-praxistest-fuer-den-daf-unterricht/).
5.2 Kulturelle Sensibilität
Obgleich KI den Sprachlernprozess fördert, bleibt die kulturelle Sensibilität ein essenzieller Bestandteil des DaF-Unterrichts. Der interkulturelle Austausch, das Verstehen von Nuancen und kulturellen Unterschieden sind Lernziele, die über den Einsatz technischer Hilfsmittel hinausgehen (vgl. swr.online).
6. Zukunftsperspektiven
Der Einsatz von KI im Sprachenlernen steht noch am Anfang, bietet jedoch viel Potenzial. In Zukunft könnten KI-gestützte Systeme noch besser in der Lage sein, menschliche Interaktionen zu simulieren und kontextbezogene Antworten zu geben. Gleichzeitig muss der technologische Fortschritt kritisch begleitet werden, um sicherzustellen, dass der menschliche Aspekt im Lernprozess nicht verloren geht.(vgl. swr.online) (vgl. Deutsches Schulportal)
7. Schlussbetrachtung
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass KI und Lern-Apps eine wertvolle Bereicherung für den DaF-Unterricht darstellen. Sie erlauben eine individualisierte Lerngestaltung, bieten automatisierte Rückmeldungen und fördern die Motivation durch spielerische Elemente. Dennoch ist es von essentieller Bedeutung, die Grenzen dieser Technologien zu erkennen und die Lehrkraft weiterhin als zentrale Bezugsperson im Unterricht zu betrachten.
Quellen:
· Deutsches Schulportal. (2023). Wie KI den Fremdsprachenunterricht bereichern kann. Abgerufen von https://www.deutsches-schulportal.de(Das Deutsche Schulportal).
· Hueber Verlag. (2023). ChatGPT im Praxistest für den DaF-Unterricht. Abgerufen von https://blog.hueber-sprachen.de(Hueber Verlag).
· SWR Wissen. (2024). Sprache lernen mit KI. Abgerufen von https://www.swr.de(swr.online).