Hayford A. Anyidoho
Im Bundestag fand am Donnerstag um 9 Uhr eine bemerkenswerte Sitzung statt, die in die Geschichte eingehen wird. In der offiziellen Vorstellungsrunde der neuen Abgeordneten, eine langjährige Parlamentstradition, wurde Heike Heubach als erste gehörlose Abgeordnete begrüßt. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas unterstrich die historische Bedeutung dieses Moments mit bewegenden Worten und betonte die Vorfreude auf die Zusammenarbeit und den Beitrag von Heubach im Parlament.

Die anwesenden Abgeordneten und Gäste applaudierten auf eine besondere Weise, die in der Gehörlosenkultur verankert ist: Sie winkten mit den Händen, ein anerkanntes Zeichen des Beifalls in der Gebärdensprachgemeinschaft. Diese Geste symbolisierte die Bereitschaft des Bundestags, inklusiver und zugänglicher für Menschen mit Behinderungen zu werden.
Heike Heubach, die bayrische Sozialdemokratin, trat die Nachfolge des SPD-Politikers Uli Grötsch an, welcher kürzlich zum Polizeibeauftragten des Bundes ernannt wurde. Obwohl sie bei der Bundestagswahl 2021 ursprünglich nicht genügend Stimmen für den direkten Einzug in das Parlament erhalten hatte, repräsentiert sie nun den Wahlkreis Augsburg-Land und Aichach-Friedberg.
In ihrer ersten Ansprache als Abgeordnete betonte Heubach ihre Ziele und Prioritäten: die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern, verstärkten Umweltschutz sowie die Verbesserung der Sichtbarkeit und der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen. Ihre Wahl in den Bundestag ist nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern auch ein Zeichen für den fortschreitenden sozialen Wandel und die zunehmende Inklusion in der deutschen Politik.