
‘….Wenn Sie mich vor der Pressekonferenz gefragt hätten, ob ich einen bestimmten Satz mitgebracht habe, der sehr viel zitiert werden wird, dann hätte ich diesen einen Satz nicht genannt. Aber gesagt habe ich ‘Wir schaffen das’ aus tiefer Überzeugung, und zwar in dem Bewusstsein, dass wir es mit einer nicht einfachen und großen Aufgabe zu tun haben. Als Kind der deutschen Einheit war mir klar, dass wir wieder viele neue Wege gehen, bürokratische Hürden abbauen mussten und Ängste auch. ‘Wir schaffen das’ ist das richtige Motiv für diese Aufgabe – Ziel und Haltung. ……
……..Ich habe Flüchtlingsunterkünfte ebenso wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge besucht, ich habe auch immer wieder mit Landräten und Bürgermeistern gesprochen, gerade mit den Vertretern der bayerischen Kommunen, die mir die Situation dort geschildert haben. Ich wusste sehr gut, welche Probleme da bestanden und welche großartige Leistung von vielen Haupt- und Ehrenamtlichen unter oft schwierigen Bedingungen erbracht wurde und wird. Es gab wohl auch nie zuvor so viele Treffen mit den Ministerpräsidenten wie in den letzten zwölf Monaten, trotz aller Meinungsunterschiede übrigens mit einem hohen Maß an Gemeinsamkeit und Einigungswillen. Wir hatten uns auch darum zu kümmern, dass wir die Neustrukturierung des Bamf auf die Reihe kriegen: viele Tausend neue Mitarbeiter, eine neue IT-Struktur, eine neue Zusammenarbeit mit den Ländern. Wichtig war auch die Gründung des Runden Tischs Integration mit allen gesellschaftlichen Gruppen von der Feuerwehr über Amnesty International bis zu den Gewerkschaften und Kirchen, die sich in diesem Bereich engagieren.’
Angela Merkel
Interview mit der Süddeutschen Zeitung.
Das Interview im Wortlaut :https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Interview/2016/08/2016-08-31-merkel-sz.html