Ghana ist wieder voll in die Weltwirtschaft integriert. 20 Jahre klassische IWF-Strukturanpassungsprogramme und ambitionierte Entwicklungsprojekte der einschlägigen internationalen Gebergemeinschaft haben das einst abgewirtschaftete ‘Kleinod’ an der Goldküste wieder auf Kurs gebracht. Doch noch immer dominieren die wichtigsten Exportgüter Gold,Kakao und Edelhölzer die Wirtschaft, und Ghana gehört auch weiterhin zum Kreis wichtiger Gold- und weltweit zu den bedeutendstenKakaoproduzenten. Aber die Preise dieser beiden Rohstoffe werden an den Börsen in den westlichen Metroplen festgelegt, und jede größere Schwankung wirkt sich direkt auf Ghanas Wirtschaft aus und bleibt wohl bis auf weiteres eine Achillesferse der ghanaischen Wirtschaft. So fiel der Goldpreis im Laufe des Jahres 2013 um $500 auf etwa $1.200, ein Verlust von 30%, was wiederum die enorme Abhängigkeit Ghanas vom Weltmarkt illustriert. Das Land erntete aber internationales Lob vom Revenue Watch Institute für seine teils vorbildliche Regelung und Handhabung des Bergbausektors. Aber schon im Jahr 2014 wird der Erdölexport wertmäßig den Goldexport abgelöst haben. So hat die Erdölförderung vor der Küste das Land innerhalb weniger Jahre massiv verändert, und dabei hat das Zeitalter der Erdöl- und Erdgasproduktion gerade erst begonnen. Und ein Blick nach Nigeria und Angola genügt, um zu sehen, was die Ressource Energierohstoff im Golf von Guinea an tief greifenden Verwerfungen anrichten kann. Die Ölvorkommen belaufen sich nach aktuellen Kenntnissen auf 660 Millionen Barrel. Das anfangs überambitionierte Produktionsziel von 120.000 Barrel pro Tag musste auf ca. 80.000 Barrel reduziert werden. Dennoch peilen die Betreiber in absehbarer Zeit die Marke von 250.000 Barrel an.
Neben den beträchtlichen Erdölreserven gibt es unter dem Meeresboden erhebliche Erdgasvorkommen, die sich nach jetzigem Kenntnisstand auf mehr als 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas belaufen dürften, aber noch nicht gefördert werden. Vielmehr wird das bei der Ölförderung freigesetzte ‘Associated Gas’ abgefackelt und teilweise wieder verpresst, doch gibt es konkrete Pläne, das Erdgas dem Thermalkraftwerk Aboadze in der Nähe von Sekondi-Takoradi, dem neuen ‘El Dorado’, zwecks Stromerzeugung zuzuführen. So ist Ghana stark von den Gaslieferungen aus Nigeria angewiesen, die sich auf mehr als 700 Millionen Kubikmeter belaufen und zum Teil über die ‘West African Gas Pipeline’ (WAGP) nach Ghana gelangen. Dennoch ist Wasserkraft zur Stromerzeugung des riesigen Akosombo Staudamms für die Industrie und der traditionelle Gebrauch von Kerosin und Holzkohle für Privathaushalte noch immer vorherrschend. ……..
